Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt erneut davor, zahnenden Kleinkindern Halsketten aus Bernstein, Holz oder anderen Materialien umzuhängen. Für die Kinder bestehe eine hohe Erstickungsgefahr, wenn sie daran hängen blieben oder Teile der Ketten verschluckten. Auch können durch das Kauen an den Ketten hochresistente Keime in den Mund der Kinder gelangen. Viele Eltern hängen ihren zahnenden Kindern solche Ketten um den Hals, da sie fälschlicherweise glauben, dass dadurch die Schmerzen verringert würden und das ADHS-Risiko abnehme. Auch von rezeptfreien Mitteln gegen Zahnfleischentzündungen, Mund- und Zahnfleischschmerzen (wie etwa Benzocain-Gels) und anderen Lokalänesthetika rät der BVKJ ab. Diese können ernste Erkrankungen verursachen. Um die Beschwerden beim Zahnen zu verringern, empfiehlt der Bundesverband einen Beißring – oder kühle, schwer zu verschluckende Lebensmittel.

Quelle: www.produktwarnung.eu | Bildquelle: Pexels

Zahnschmerzen sind so alt wie die Menschheit selbst – und offenbar auch die Therapiemaßnahmen dagegen. Zumindest legen die Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern des italienischen Abdus Salam Centre for Theoretical Physics in Triest nahe. Die Forscher fanden in einem 6500 Jahre alten Gebiss Spuren von Bienenwachs. Sie gehen davon aus, dass es aufgetragen wurde, um einen vertikalen Riss im Zahn zu schließen. Damit sollten wohl Schmerzen gelindert und das entblößte Zahnfleisch geschützt werden. Laut Radiocarbondatierung ist es genau so alt wie das Gebiss, das von einem wahrscheinlich Ende 20-jährigen Mann stammt. Die Forscher können jedoch nur vermuten, ob das Wachs schon zu Lebzeiten des Mannes aufgetragen wurde. Vieles spricht jedoch dafür – und damit wäre das Bienenwachs die älteste bislang bekannte Zahnfüllung in Europa.

Quelle: spektrum.de | Bildquelle: Pexels

Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate. Zumindest, wenn es um die Entstehung von Karies geht. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Forscher der Newcastle University in einer im „Journal of Dental Research“ veröffentlichten Studie. Demnach sind Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten weniger schädlich für die Zahngesundheit als solche aus industriell hergestellten Lebensmitteln. Dabei handelt es sich um Produkte, denen künstlich Zucker zugesetzt wurde, wie zum Beispiel Kartoffelchips, Brezeln oder Toastbrot. Laut der Studie werden diese „raffinierten“ Kohlenhydrate aus diesen Speisen bereits beim Kauen durch den Speichel in Zucker aufgespalten – und damit zu einer erhöhten Kariesgefahr. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die Studie in Auftrag gab, empfiehlt, maximal 10% der täglichen Kalorienzufuhr mit zugesetztem Zucker zu decken.

Quelle: zwp-online.de | Bildquelle: Adobe Stock

Ab dem 1. Juli 2019 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für Kleinkinder bis zum 33. vollendeten Lebensmonat bis zu drei zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen. Damit sollen Karieserkrankungen bei Kleinkindern, auch „Nuckelflaschenkaries“ genannt, vermieden werden. Die Leistungen beinhalten nicht nur die Untersuchung der Kinderzähne durch den Zahnarzt, sondern auch die Beratung der Eltern in frühkindlicher Mundhygiene inklusive Anleitung zur richtigen Zahnputztechnik, sowie eine halbjährliche Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack. So kann die Krankheit vermieden oder bereits im Frühstadium erkannt und eingedämmt werden. Ein richtiger und wichtiger Schritt: Denn von den kariösen Defekten, die im Einschulungsalter festgestellt werden, entsteht fast die Hälfte in den ersten drei Lebensjahren.

Quelle: ZWP online | Bildquelle: Adobe Stock

Wer auf seine Mundhygiene achtet und seine Zahngesundheit erhalten möchte, der muss neben der Zahnbürste auch zur Zahnseide greifen – das ist längst bekannt und wissenschaftlich erwiesen. Iranische Wissenschaftler der Mashhad University of Medical Sciences fanden jedoch neuerdings heraus, dass dabei auch die Reihenfolge eine wichtige Rolle spielt: Nach der im „Journal of Periodontology“ veröffentlichten Studie ist es effektiver, wenn die Zahnzwischenräume zuerst mit einer Zahnseide gereinigt und dann die Zähne mit einer Zahnbürste (und Zahnpaste) geputzt werden. So ist die Fluoridkonzentration höher und der Plaque deutlich reduzierter, als wenn zuerst geputzt und dann mit Zahnseide gereinigt wird.

Quelle: zwp-online.de | Bildquelle: Pixabay